ELTE BTK Magyar Nyelvtudományi és Finnugor Intézet

Kaisina, Maria

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Kaisina, Maria (Ischewsk)

Zum Problem der Herkunft und der Entwicklung der Lokalkasus in der Udmurtischen Sprache (pdf)

Die udmurtische Sprache hat ein ziemlich entwickeltes Kasussystem. Einen bedeutenden Anteil machen die sogenannten Lokalkasus aus.

Vom diachronischen Standpunkt aus kann man die Kennzeichen der Lokalkasus in einfache und zusammengesetzte Formanten teilen. Ihrer Herkunft nach kann man die Kennzeichen des Inessivs, des Illativs und des Terminativs für einfache Marker halten. Die modernen Kenzeichen dieser Kasus haben sich aus folgenden früheren Formanten gebildet: der Marker des Inessivs stammt vom Lokativsuffix *-na/*-nä ab, der Marker des Illativs vom Lativsuffix *-kä und der Marker des Terminativs vom Lativsuffix *-s'. Zusammengesetzte Formanten sind den gegenüber die Marker des Elativs, des Egressivs, des Prolativs und des Approximativs, da die Suffixe dieser Kasus meistens durch die Verschmelzung von zwei Kasuszeichen gebildet wurden, und zwar: der Marker des Elativs enthält das Lativsuffix *-s' und das Ablativsuffix *-ta/*-tä, der Marker des Egressivs das Lativsuffix *-s' und das Lokativsuffix *-na/*-, der Marker des Prolativs das Ablativsuffix *-ta / *- und das Lativsuffix *-j und der Marker des Approximativs das Koaffix *l, einen Bindevokal und das Lativsuffix *-n '.

Es ist klar, dass die Entwicklung der Kasusformanten von einfachen zu zusammengesetzten ging. Deshalb nehmen an der Bildung der zusammengesetzten morphologischen Markern die Hauptelemente der topologischen Orientierung teil, nämlich Suffixe, die die Richtung der Bewegung bezeichnen (ablative und lative Zeichen) und Suffixe, die das Verbleiben / den Aufenthalt ausdrücken (lokative Zeichen). Die Ausweitung des Lokalkasussystems erfolgte offensichtlich mit der Absicht, konkrete Lokalisation im Raum und in der Zeit auszudrücken. Deswegen können die Lokalkasus im Udmurtischen sowohl lokale als auch temporale sowie einige weitere Bedeutungen ausdrücken.